Lina Larissa Strahl zurück auf der großen Leinwand: Die Kino-Highlights der Woche
Viele verbinden sie nach wie vor zuallererst mit "Bibi & Tina", inzwischen hat es sich aber schon eine ganze Weile ausgehext: In vier sehr erfolgreichen Kino-Filmen schlüpfte Lina Larissa Strahl in die Rolle der Bibi Blocksberg, zuletzt 2017 in "Bibi & Tina: Tohuwabohu Total". Fünf Jahre später feiert sie nun ihr großes Leinwand-Comeback. Vielleicht wird es ja wieder ein Hit, auch ohne Hexerei: In "Alle für Ella" spielt Strahl eine aufstrebende junge Musikerin auf der Schwelle zum Erwachsenwerden - ein Film wie maßgeschneidert für die hochtalentierte Schauspielerin und Sängerin.

Was das Kino-Publikum in dieser Woche außerdem erwartet: Das französische Drama "Das Leben ein Tanz" erzählt die tragische Geschichte einer vermeintlich gescheiterten Ballett-Tänzerin, im Horror-Prequel "Orphan: First Kill" schlüpft Isabelle Fuhrman noch einmal in die Rolle als Teufelskind Esther - und das, obwohl der Original-Film "Orphan - Das Waisenkind" schon 13 Jahre alt ist.

Alle für Ella

Die junge Ella (Lina Larissa Strahl) steht kurz vor dem Abitur, hat aber eigentlich ganz andere Dinge als Lernen im Kopf. Ihre alleinerziehende Mutter (Lavinia Wilson) bringt die beiden gerade so durch, Ella muss mit kleinen Nebenjobs ihren Anteil leisten - dieses Leben ist definitiv kein "Bibi & Tina"-Ponyhof. Kein Wunder, dass sich Ella in ihrer Fantasie ganz woanders hinträumt, nämlich auf die Bühne. Die junge Frau will als Musikerin groß rauskommen.

Mit ein paar Freundinnen gründet sie die Rockband Virgina Wolfpack, die Gruppe meldet sich bei einem Talentwettbewerb an. Man trifft dort nicht nur auf gruselige Nachwuchs-Gothics, sondern auch auf den Rapper alfaMK (Gustav Schmidt) - ein fürchterlicher Kerl, Ella kann den eingebildeten HipHop-Schönling nicht ausstehen. Zumindest im ersten Moment ...

"Alle für Ella" handelt von Liebe, Freundschaft und der Macht der Musik, von Partys und Kiffen, aber irgendwo im Hintergrund schwingt immer auch das mit, was manche den "Ernst des Lebens" nennen - eine klassische Coming-of-Age-Geschichte eben. Das Drehbuch schrieben Timo Baer und Anja Scharf, Regie führte Teresa Fritzi Hoerl.

Der große Star bei diesem Projekt ist natürlich Lina Larissa Strahl. Die inzwischen 24-Jährige spielt nicht nur vor der Kamera die Hauptrolle, sondern lieferte auch einen Großteil der Songs für den Soundtrack. Der Film, der so entstanden ist, eignet sich für die Allerkleinsten zwar nicht mehr. Bei den Fans von Lina Larissa Strahl (über 700.000 Follower bei Instagram), die ja auch keine kleinen Kinder mehr sind, dürfte "Alle für Ella" aber ziemlich gut ankommen.

Das Leben ein Tanz

Wer im Ballett etwas erreichen will, muss schon als Kind anfangen, und wenn der erhoffte Erfolg dann irgendwann kommt, kennt man eigentlich auch nichts anderes mehr als Ballett. Aber was, wenn nach all den Jahren, nach all dem harten Training alles plötzlich zusammenbricht? Mit genau dieser existenziellen Frage muss sich eine junge Frau in "Das Leben ein Tanz" auseinandersetzen. In Frankreich war der Film von Cédric Klapisch (Regie und Drehbuch) bereits ein großer Erfolg, nun ist das Drama auch in den deutschen Kinos zu sehen.

Im Zentrum der Geschichte steht die 26-jährige Elise (Marion Barbeau). Sie hat sehr lange und sehr hart gearbeitet für ihre Karriere als Ballett-Tänzerin, stürzt dann aber schwer. Die Diagnose ist niederschmetternd; für ein Jahr, vielleicht auch für zwei Jahre wird sie mit dem Sport komplett aussetzen müssen. Im Ballett kommt das einem Karriereende gleich, die junge Frau schlittert in eine schwere Krise.

Was nun also? Elise zieht um, lernt neue Leute kennen, findet neue Freunde, irgendwann bahnt sich sogar eine neue Liebe an. Aber findet sie am Ende auch wirklich ihr Glück? Nach allem, was sie aufgebaut und dann wieder verloren hat, ist es ein weiter Weg, der nicht nur Zeit und Durchhaltevermögen erfordert, sondern auch eine Menge Mut.

Das Leben und die verrückten Wege, die es bisweilen einschlägt: Darum geht es in "Das Leben ein Tanz". Und so schickt Cédric Klapisch seine Hauptdarstellerin Marion Barbeau, eine ausgebildete Tänzerin, auf eine berührend erzählte und kunstvoll bebilderte intensive Reise. Der Ausgang dieser Geschichte? Völlig ungewiss. Hier geht es schließlich nicht um das Ballett als funkelnde oder abgründige Traumwelt, sondern um das echte Leben, und da weiß man nie, was als Nächstes kommt.

Orphan: First Kill

Auf den ersten Blick ein schüchternes kleines Mädchen, das eben ein bisschen "anders" ist, auf den zweiten eine hinterlistige, blutrünstige Mörderin: Aufbauend auf dieser Grundidee wurde "Orphan - Das Waisenkind" (mit Vera Farmiga in einer Hauptrolle) zu einem der großen Horror-Highlights 2009. Jetzt ist die unheimliche kleine Esther wieder da. Gruselfim-Spezialist William Brent Bell (Regie, "The Boy") hat einen neuen "Orphan"-Film gedreht - ein Prequel. In der Rolle als Teufelskind Esther ist wieder Isabelle Fuhrman zu sehen.

Dass Esther eigentlich gar nicht Esther heißt, wissen Fans bereits aus dem ersten Film, "Orphan: First Kill" wird man im Großen und Ganzen aber auch ohne entsprechendes Vorwissen verstehen. Die Geschichte, die Drehbuchautor David Coggeshall sich diesmal ausgedacht hat: Esther gibt sich als die vor einiger Zeit verschwundene Tochter von Tricia (Julia Stiles) und Allen Albright (Rossif Sutherland) aus. Als die beiden erkennen, dass da oben im Kinderzimmer nicht ihre echte Tochter sitzt, ist es fast schon zu spät und das Grauen nimmt seinen Lauf.

Dieselbe Schauspielerin 13 Jahre später erneut engagieren, um das gleiche junge Mädchen zu spielen - die Besetzung von Isabelle Fuhrman als Esther sorgte im Vorfeld durchaus für einige Verwunderung. Die ersten Kritiken zum Horror-Thriller "Orphan: First Kill" fielen allerdings überwiegend positiv aus, und dabei wurde insbesondere die Darstellung der Esther wiederholt gelobt. Regisseur William Brent Bell verlässt sich bei der "Verjüngung" seiner Hauptdarstellerin nicht etwa auf CGI-Effekte, sondern setzt allein auf Make-up und geschickte Kamera-Einstellungen.

Von Jonas Decker