Teenie-Sex und Thomas Mann: Das sind die Kino-Highlights der Woche
Nur nicht zu viel Sex - das war die Devise bei der Verfilmung des erotisch angehauchten Jugendbuchs "After Passion" vor gut zwei Jahren. In den USA wurde die Teenie-Romanze, die bisweilen als "50 Shades of Grey für Pubertierende" verspottet wurde, zwar ab 13 freigegeben, hierzulande aber fand die FSK das Werk alles andere als sexy - und gab den Film ab 0 Jahren frei. "Erotik wird nur sanft angedeutet, sodass auch junge Zuschauer nicht irritiert oder überfordert werden", hieß es seinerzeit in der Begründung der Freigabestelle. Für einen Film, der zwei halbnackte Jungschauspieler aufs Plakat gedruckt hatte, ein vernichtendes Urteil. Doch das Zielpublikum ließ sich nicht davon abschrecken: Mehr als eine Million Tickets wurden hierzulande für den Film gelöst. Die Fortsetzung erhielt dann im vergangenen Jahr von der FSK das Ab-12-Siegel - und auch Teil drei ist wieder deutlich schlüpfriger geworden. "After Love", so der Titel, ist eines der Kino-Highlights der Woche - neben der Literaturverfilmung "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" und dem Kinderfilm "Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft".

After Love

Was für eine Erfolgsgeschichte! Autorin Anna Todd hatte ihre Geschichten über einen jungen Draufgängertypen und seine On-off-Freundin einst als Fan-Fiction über den Popstar Harry Styles geschrieben. Aus den im Internet veröffentlichten Storys wurden schließlich Romane, die seit 2019 einer nach dem anderen verfilmt werden. "After Love" ist bereits der dritte Teil, der nächste ist schon fertiggestellt, an einer weiteren Fortsetzung sowie an einem Prequel wird gearbeitet - die Liebeleien und Eifersüchteleien zwischen Badboy Hardin (Hero Fiennes Tiffin) und der nur scheinbar braven Tessa (Josephine Langford) bieten offenbar genug Stoff für reichlich Teenie-Erotik.

Am Ende des zweiten Teils, "After Truth", schien sich die komplizierte Beziehung zwischen Tessa und Hardin wieder eingerenkt zu haben. Die beiden hatten Sex in einer Telefonzelle, und Hardin schwor Tessa, sie nie wieder verlassen zu wollen. Was aber ist dieses Versprechen wert? Tessa jedenfalls will für den Job nach Seattle ziehen, Hardin hingegen nach London. In Seattle, sagt er, habe er nichts - und Tessa ist ihm offenbar nicht genug. Dass Tessas Vater unerwartet zurückkehrt und auch die dunkle Vergangenheit von Hardins Familie enthüllt wird, macht die Sache nicht einfacher. Und dann sind da auch noch andere Männer und Frauen, die den beiden den Kopf verdrehen ...

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Obwohl unvollendet, gilt "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" als zugänglichster Roman von Thomas Mann. Was an den sympathisch bis schrulligen Charakteren liegt, an dem Humor, der aus den Seiten hervorblinzelt, und an der spannenden Handlung. Zweimal wurde der Schelmenroman bereits verfilmt (1957 mit Horst Buchholz in der Titelrolle sowie Anfang der 80-er als fünfteilige Fernsehserie), nun hat sich Detlev Buck ("Herr Lehmann", "Bibi & Tina"-Reihe) das ganz und gar nicht angestaubte Werk vorgenommen. Unterstützung erhielt er dabei vom Schriftsteller Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt"), der das Drehbuch verfasste. Getragen wird der Film von einem wunderbaren, äußerst spielfreudigen Ensemble rund um Jannis Niewöhner, der ab 16. September auch im Terror-Drama "Je suis Karl" zu sehen sein wird.

Der 29-Jährige spielt Felix Krull, einen gutaussehenden Mann aus vornehmem Hause, der nach einigen Schicksalsschlägen gezwungen ist, in einem Pariser Luxushotel eine Anstellung als Liftboy anzunehmen. Schnell arbeitet Krull sich nach oben - nicht zuletzt, weil er bei den weiblichen Gästen äußerst gut ankommt. Sein Hauptaugenmerk aber gilt der freizügigen Zaza (Liv Lisa Fries), in die sich auch der wohlhabende Marquis Louis de Venosta (David Kross) verliebt hat. Weil der Marquis aber sein Vermögen verlöre, würde seine Beziehung zu Zaza öffentlich, tauscht er mit Felix die Rollen - auch wenn dessen Gefühle für Zaza immer stärker werden. Wie einst bei Thomas Mann endet auch die Verfilmung offen, was hier wie da kein bisschen stört.

Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft

2015 wurde die Lehrerin geschrumpft, drei Jahre später waren die Eltern dran, und nun heißt es im dritten Teil: "Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft". Der Film von Regisseur Granz Henman soll einen "fulminanten Abschluss" bilden, so die Macher der Reihe, die in Deutschland und Österreich bislang rund 2,2 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte.

Die Hauptfigur Felix wird noch immer von Oskar Keymer gespielt, der mittlerweile 17 Jahre alt ist. Kein Wunder also, dass sich der junge Mann, der einst von mehreren Schulen geflogen war und schließlich am Otto-Leonhard-Gymnasium ein Zuhause gefunden hatte, nicht mehr nur für Streiche interessiert. Auch eine neue Mitschülerin hat es ihm angetan. Doch Felix' Freunde glauben, dass diese Melanie (Lorna zu Solms) hinter mehreren Diebstählen steckt, die an der Schule gemeldet wurden. Also versuchen sie, ein Date zwischen den beiden zu vereiteln. Was sich Felix allerdings nicht gefallen lässt. Und so wendet er den Schrumpf-Zauber, den ihm der von Otto Waalkes gesprochene Schulgeist zuvor beigebracht hatte, bei ihnen an. Irgendwann aber muss auch Felix feststellen, dass mit Melanie etwas nicht stimmt - und macht sich daran, ihr Geheimnis zu ergründen.

Von teleschau