In einer Welt ohne Frauen: Das sind die Kino-Highlights der Woche
Es sah so aus, als würde 2021 das Jahr des Tom Holland werden. Vier Filme mit dem 25-Jährigen standen auf den Startlisten der Verleiher, doch bereits das erste Werk mit dem Briten in der Hauptrolle - "Cherry" von den Russo-Brüdern - enttäuschte gewaltig, und dann wurde auch noch die heiß ersehnte Videospielverfilmung "Uncharted" auf 2022 verschoben. Sein schauspielerisches Können kann Holland nun dennoch zeigen: Bevor er kurz vor Weihnachten in der Superheldenaction "Spider-Man: No Way Home" als Spinnenmann auf die Leinwände zurückkehrt, muss er jetzt in "Chaos Walking" auf einem feindlichen Planeten ums Überleben kämpfen. Weitere Neustarts der Woche sind die Horrorfilme "Malasaña 32 - Haus des Bösen" und "The Unholy".

Chaos Walking

Stell dir vor, du lebst in einer Welt ohne Frauen, kannst dafür aber die Gedanken der anderen Männer hören ... Was ein bisschen klingt wie ein schlechter Witz von Mario Barth, ist die Prämisse von "Chaos Walking". Der Film von Regisseur Doug Liman spielt im Jahr 2257. Die Menschheit hat die Erde verlassen, um auf fernen Planeten ein neues Leben zu beginnen. Todd Hewitt (Tom Holland) ist auf einem dieser Planeten geboren, in einer feindlichen Umgebung, ganz ohne Frauen, dafür in einer Welt, in der jedermann die Gedanken des anderen hören und bisweilen auch sehen kann. Als in dieser extraterrestrischen Wild-West-Tristesse ein Raumschiff vom Himmel fällt, aus dem tatsächlich eine junge Frau (Daisy Ridley) kriecht, ist Todd hochgradig verwirrt. Gleichzeitig ist ihm klar: Die Frau, deren Gedanken er nicht hören kann, braucht seine Hilfe.

"Chaos Walking" basiert auf dem ersten Teil der gleichnamigen Jugendbuchtrilogie von Patrick Ness (hierzulande unter dem Titel "New World: Die Flucht" erschienen) und richtet sich ebenfalls an eine eher junge Zielgruppe. Die Actionszenen sind reichlich harmlos, die Gefühle zwischen den beiden Protagonisten jugendfrei, die bösen Kerle nicht allzu böse. Spaß macht "Chaos Walking" dennoch.

Malasaña 32 - Haus des Bösen

"Basierend auf wahren Begebenheiten, die sich in den 1970er-Jahren im Madrider Stadtteil Malasaña zutrugen", heißt es im Presseheft zu "Malasaña 32 - Haus des Bösen". Das ist, gelinde gesagt, etwas weit hergeholt. Schließlich erzählt Albert Pintós Film von einem Haus, in dem es spukt. Glaubenssache also, was davon wahr ist und was nicht.

Das Horrormärchen spielt im Jahr 1976, zu einer Zeit, als Spanien politisch im Umbruch war - ein Jahr zuvor war General Franco verstorben, der Demokratisierungsprozess noch ganz am Anfang. Vor diesem Hintergrund entfaltet Regisseur Pintó ("Killing God - Liebe Deinen Nächsten") eine recht klassisch anmutende Schauermär, wie man sie schon öfters zu sehen bekommen hat: Familie Olmedo zieht - von Aufbruchsstimmung beseelt - vom Land in besagten Madrider Stadtteil, in eine heruntergekommene Wohnung in einem an sich herrschaftlichen Haus. Bald schon stellt sie fest, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht ...

The Unholy

Und noch ein Horrorfilm, diesmal aus den USA und mit deutlich weniger weltlichem Hintergrund. "Wo Gott eine Kirche baut, da baut der Teufel eine Kapelle daneben", dieser Satz aus dem Film fasst ganz gut zusammen, worum es in "The Unholy geht": um den Kampf zwischen Gut und Böse, um Gott gegen den Teufel. Alice (Cricket Brown), einem schwerhörigen Mädchen, ist die Jungfrau Maria erschienen, und nun kann sie auf einmal wieder hören, und nicht nur das, auch heilende Fähigkeiten will sie angeblich besitzen. Für den Journalisten Gerry (Jeffrey Dean Morgan), der an einem Tiefpunkt seiner Karriere angekommen ist, ein gefundenes Fressen. Also macht er sich auf in Alices Heimatort, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Dabei stößt er auf übernatürliche Vorkommnisse, die die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen.

"The Unholy" ist das Regiedebüt von Evan Spiliotopoulos, der als Drehbuchautor bislang an harmlosen Kinoerfolgen wie "Die Schöne und das Biest" und "3 Engel für Charlie" mitgearbeitet hat - nicht unbedingt ein ausgewiesener Horror-Experte also. Hilfe hat er sich deshalb in Gestalt von Produzent Sam Raimi ins Boot geholt. Und der drehte nicht nur die Spider-Man-Filme mit Tobey Maguire, sondern auch die blutigen Horror-Klassiker "Tanz der Teufel" samt Fortsetzungen.

Von teleschau