Junge Liebe in Fortsetzung: Das sind die Heimkino-Highlights der Woche
Es war eine veritable Überraschung: Ausgerechnet eine Serie über todkranke Jugendliche entwickelte sich zu einem der großen Fernsehhits der letzten Jahre. Über drei Staffeln blickte die VOX-Serie "Club der roten Bänder" auf das Leben mehrerer Teenager, die in einem fiktiven Kölner Krankenhaus nicht nur gegen ihre Krankheiten kämpfen, sondern auch mit den ganz alltäglichen Problemen, die das Jungsein so mit sich bringt. Für VOX war die Dramedy-Eigenproduktion ein Glücksgriff: Vom Grimme-Preis bis zum Deutschen Fernsehpreis staubte "CdrB" so ziemlich alle relevanten Auszeichnungen hierzulande ab. Kein Wunder also, dass nach dem Serienende 2017 erst ein Kinofilm ("Club der roten Bänder - Wie alles begann", 2019) folgte - und dann mit "Tonis Welt" das erste Serien-Spin-off, das nun, ebenso wie die ZDF-Reihe "Ku'damm 63" und der in 4K hervorragend restaurierte Film "Sohn der weißen Stute" (1981), auf DVD und Blu-ray erscheint.

"Tonis Welt" (VÖ: 7. Mai)

"Den 'Club der roten Bänder' gibt es nicht mehr", stellt Toni (Ivo Kortlang) gleich zu Beginn der Serie klar. Die achtteilige VOX-Eigenproduktion widmet sich dem CdrB-Urgestein und seiner Freundin Valerie (Amber Bongard). Als Paar sind sie glücklich, doch das Leben hält für beide immer wieder Herausforderungen bereit: Während der Asperger-Autist Toni Gewohnheiten liebt und mit Veränderungen nur schwer zurechtkommt, hat es Valerie mit ihrem Tourette-Syndrom ebenfalls nicht leicht. Unter der Regie der CdrB-Veteranen Felix Ahrens und Felix Binder verschlägt es die beiden nun aufs Land, weil sie nach dem Tod von Valeries Oma deren altes Haus renovieren wollen. Doch die Dorfgemeinschaft begegnet dem durchaus speziellen Paar zunächst wenig wohlgesonnen. Wie die Konfliktlinien verlaufen, illustriert die humorvolle Story nach einem Drehbuch von Elena Senft an hübsch herausgearbeiteten Figurenkonstellationen.

Preis DVD: circa 19 Euro

D, 2020, Regie: Felis Ahrens/Felix Binder, Laufzeit: 365 Minuten

"Ku'damm 63" (VÖ: 7. Mai)

1963 in Westberlin: "Ku'damm 63" setzt mit drei Filmen zwei enorm erfolgreiche Dreiteiler nach den Ideen von Star-Drehbuchautorin Annette Hess ("Weissensee") fort. Tanzschulen-Vorsteherin Caterina Schöllack (Claudia Michelsen) ist nach einem Verkehrsunfall an Bett und Krücken gefesselt. Sie muss ihren Töchtern Helga (Maria Ehrich), Monika (Sonja Gerhardt) und Eva (Emilia Schüle) das Feld überlassen. Die sittliche Helga leitet fortan die Tanzschule und verliebt sich in den argentinischen Tanzlehrer Amando (Giovanni Funiati). Auch die Ehe von Monika und Joachim (Sabin Tambrea) gerät nach einer Fehlgeburt in Schieflage. Eva benutzt die Ehe mit dem älteren Star-Arzt Jürgen Fassbender (Heino Ferch) nur noch als Fassade und Geld-Generierungs-Maschine, um ihre progressive Kunstgalerie zu fördern. Selten wurde deutsche Geschichte so facettenreich in eine große Mainstream-TV-Saga verwandelt wie hier.

Preis DVD: circa 19 Euro

D, 2021, Regie: Sabine Bernardi, Laufzeit: 276 Minuten

"Sohn der weißen Stute" (VÖ: 7. Mai)

Schon 1981, als "Sohn der weißen Stute" in die Kinos kam, muss der Film wie aus der Zeit gefallen gewirkt haben. Die grellbunten Farben, die psychedelischen Bilder, die mystische Sinnsuche, um die es geht, all das passt viel mehr in die späten 60er- oder in die 70er-Jahre. Der ungarische Regisseur Marcell Jankovics lässt alte Mythen wiederaufleben, erzählt aber auch eine sehr zeitlose Geschichte. Er schickt drei Brüder in die Unterwelt, wo sie drei Drachen bekämpfen müssen, die drei Prinzessinnen in ihren Fängen halten. Am Ende gelingt es dem titelgebenden Sohn einer göttlichen weißen Stute, Baumausreißer genannt, das Böse zu besiegen. Aus dieser einfachen Handlung machte Jankovics ein Animationsmeisterwerk, wie man es auch heute nur selten zu sehen bekommt. Erstmals in 4K, ist der Film wie ein Trip auf LSD, erotisch und humorvoll, optisch eine Mischung aus Psychedelic und verspielter Jugendstilornamentik, der Erwachsene genauso verzaubert wie Kinder.

Preis DVD: circa 20 Euro

HUN, 1981, Regie: Marcell Jankovics, Laufzeit: 78 Minuten

Von teleschau