Golden Globes ohne Stars und ohne Publikum: Das sind die Gewinner des Abends

Neben den Oscars sind die Golden Globes der meistbeachtete Filmpreis der Welt - nicht aber in diesem Jahr. Nachdem die Preisverleihung im Vorfeld vom Boykott vieler Stars und des bislang übertragenden TV-Senders NBC überschattet worden war, ging die Vergabe der Trophäen dieses Jahr so wenig glamourös über die Bühne wie wohl noch nie. Konkret hieß das: kein roter Teppich, keine Stars, kein Publikum. Stattdessen wurden die Preisträgerinnen und Preisträger der 25 Kategorien in den sozialen Medien bekannt gegeben.

Als Gewinner des Abends kristallisierten sich mit jeweils drei Auszeichnungen das Musical "West Side Story", die TV-Serie "Succession" und der Netflix-Western "The Power of the Dog" heraus. Für die Neuauflage des Broadway-Klassikers "West Side Story" durfte sich nicht nur Regisseur Steven Spielberg über eine Trophäe freuen, auch die Darstellerinnen Rachel Zegler und Ariana DeBose wurden prämiert.

Auch Hans Zimmer gewinnt einen Golden Globe

Die Serie "Succession" zeichnete der Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA) als bestes Fernsehdrama aus, dazu räumten Sarah Snook und Jeremy Strong Einzelauszeichnungen ab. "The Power of the Dog" gewann Preise für das beste Filmdrama, die beste Regie (Jane Campion) und die beste Nebenrolle (Kodi Smit-McPhee).

Prominente Preisträgerinnen und Preisträger waren auch Nicole Kidman, die einen Golden Globe für ihre Rolle im Drama "Being The Ricardos" bekam, und Will Smith, der für das Biopic "King Richard" ausgezeichnet wurde. Im Bereich TV wurden Jason Sudeikis ("Ted Lasso"), Kate Winslet ("Mare of Easttown") und Michael Keaton ("Dopesick") prämiert. Darüber hinaus holte O Yeong-su für seine Rolle im Netflix-Hit "Squid Game" einen Preis. Auch ein Deutscher fand sich unter den Gewinnern des Abends: Komponist Hans Zimmer, der für seine Stücke im Sci-Fi-Epos "Dune" geehrt wurde.

Rassismus- und Korruptionsvorwürfe bringen Golden Globes in Misskredit

Im Vorfeld der Golden Globes war der HEPA in Misskredit gelangt und sah sich Vorwürfen im Zusammenhang mit Korruption und Rassismus ausgesetzt. Unter anderem hatte die "Los Angeles Times" berichtet, dass im Abstimmungsgremium unter den 100 Journalisten nicht ein schwarzes Mitglied sei. Zudem sickerte durch, dass Angehörige der Jury Gefälligkeiten wie Luxusreisen und exquisite Uhren als Geschenke angenommen hatten.

In der Folge boykottierten über 100 PR-Firmen und viele Top-Stars der Branche die Veranstaltung. Auch der TV-Sender NBC nahm Abstand von der Ausstrahlung der Preisverleihung. Schauspieler wie Tom Cruise gingen sogar so weit, ihre Preise zurückzugeben.