"Effigie": Dieser deutsche Film ist noch im Oscar-Rennen

Nachdem es das Antifa-Drama "Und morgen die ganze Welt" nicht auf die Shortlist für die diesjährige Oscarverleihung geschafft hat, könnte nun ein anderer Film den Goldjungen nach Deutschland holen: Das Drama "Effigie - Das Gift und die Stadt" ist einer von 336 Spielfilmen, die ins Rennen um die Auszeichnung als bester Film gehen. Das teilte die Academy in Los Angeles mit.

Der Historienfilm erzählt die Geschichte von Gesche Gottfried, einer der ersten jemals identifizierten Serienmörderinnen. Gottfried, gespielt von Suzan Anbeh, soll zu Beginn des 19. Jahrhunderts 15 Menschen mit Mäusegift ermordet haben, darunter ihre Eltern, drei ihrer Kinder, ihren Bruder und ihre drei Ehemänner. 1831 wurde sie in Bremen hingerichtet, ihre Motive sind bei heute unklar.

Weitere Deutsche im Rennen

Regie bei dem Film, der im Oktober in einigen US-Kinos anlief, führte Udo Flohr. "Als unbekannter Regisseur mit einer Low-Budget-Produktion an den Oscars teilzunehmen, das ist ein bisschen wie mit einem Segelflugzeug auf dem New Yorker Flughafen JFK zu landen", wird Flohr in einer Pressemitteilung zitiert. "Typischerweise gewinnen Filme, die mit millionenschweren Kampagnen promotet werden. Aber noch ist alles offen." "Effigie" ist der erste Spielfilm des Wissenschaftsjournalisten Flohr. In Deutschland soll das Drama in die Kinos kommen, sobald die Lichtspieltheater wieder öffnen.

Die 93. Oscarverleihung findet am 25. April statt; am 15. März werden die Nominierungen bekannt gegeben. Neben "Effigie" können sich zwei weitere Deutsche Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen: der Komponist Volker Bertelmann, der gemeinsam mit seinem amerikanischen Kollegen Dustin O'Halloran für die Musik zum Liebesdrama "Ammonite" auf einer Shortlist mit 15 Anwärtern steht, sowie Filmemacher Max Lang, dessen Film "The Snail and the Whale" zur Vorauswahl der zehn besten animierten Kurzfilme gehört.

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