Deutsche Oscar-Enttäuschung: "Und morgen die ganze Welt" fällt aus Vorauswahl

Auch 2021 gibt es für Deutschland keinen Oscar in der Kategorie "Bester internationaler Film". Wie die Film-Akademie der wichtigsten Auszeichnung der Filmwelt am Dienstag (Ortszeit) in Los Angeles bekannt gab, ist der deutsche Anwärter "Und morgen die ganze Welt" in der ersten Auswahlrunde ausgeschieden. Zuletzt räumte 2007 mit "Das Leben der Anderen" ein Film aus der Bundesrepublik bei den Academy Awards ab. Noch im Rennen sind unter anderem der dänische Film "Der Rausch" und "La Llorona" aus Guatemala.

Das Drama "Und morgen die ganze Welt" von Regisseurin Julia von Heinz, das seine Weltpremiere im vergangenen September bei den Filmfestspielen in Venedig feierte, stellt eine von Mala Emde verkörperte junge Frau namens Luisa in den Mittelpunkt. Die Studentin stammt aus einer wohlhabendem, konservativen Familie. Bald kommt sie mit einem linksalternativen Wohnprojekt in Mannheim in Kontakt, für das sie sich engagiert. Gemeinsam gehen sie auf Demonstrationen, sammeln Informationen über bekannte Rechtsradikale. Einmal, bei einem Protest gegen eine rechte Partei, eskaliert der Protest. Luisa wird verletzt, findet aber auch Gefallen an der körperlichen Auseinandersetzung mit den Rechten. Sie radikalisiert sich zunehmend, auch Gewalt akzeptiert sie bald als Möglichkeit des politischen Protests.

Während die Enttäuschung bei den Machern von "Und morgen die ganze Welt" groß sein dürfte, überstand der deutsche Komponist Volker Bertelmann die Oscar-Vorrunde. Gemeinsam mit seinem amerikanischen Kollegen Dustin O'Halloran steht der 55-Jährige für die Musik zum Liebesdrama "Ammonite" auf einer Shortlist mit 15 Anwärtern. Ob das Duo bei der Verleihung am 25. April die Chance auf einen Oscar erhält, entscheidet sich am 15. März, wenn die finalen fünf Kandidaten feststehen. Gleiches gilt für den Filmemacher Max Lang, dessen Film "The Snail and the Whale" zur Vorauswahl der zehn besten animierten Kurzfilme gehört.

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