Er wäre beinahe James Bond geworden: Trauer um John Richardson

Die große Karriere blieb ihm verwehrt - wenn auch nur knapp: Der britische Schauspieler John Richardson, der beinahe die Rolle des Agenten James Bond übernommen hätte, ist gestorben. Das berichten mehrere US-Medien, darunter das Filmmagazin "Cinemaretro". Demnach starb Richardson im Alter von 86 Jahren an einer Infektion mit dem Coronavirus.

Richardson, 1934 im englischen Sussex geboren, begann nach einigen Jahren bei der britischen Handelsmarine mit der Schauspielerei. Ende der 50er-Jahre hatte er einige kleine Rollen, seinen Durchbruch feierte er 1960 in Mario Bavas Horrorklassiker "Die Stunde, wenn Dracula kommt". In dem Kultfilm spielte er an der Seite von Barbara Steele - der Beginn einer Karriere im italienischen B-Movie-Genre. In den 60-ern sah man Richardson in diversen Spaghettiwestern, unter anderem in "John il bastardo" und "Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel". Auch in US-Produktionen wirkte er mit, so etwa im Filmmusical "Einst kommt der Tag..." an der Seite von Barbra Streisand.

Nachdem Sean Connery 1969 nicht länger die Rolle des James Bond spielen wollte, war Richardson im Gespräch. Regisseur Peter R. Hunt zog ihn für die Hauptrolle in "James Bond 007 - Im Geheimdienst Ihrer Majestät" in Betracht, Richardson machte einige Probeaufnahmen. Letztendlich entschieden sich die Produzenten aber für George Lazenby - der den Job allerdings nach nur einem Film wieder aufgab.

1995 stand John Richardson ein letztes Mal vor der Kamera und konzentrierte sich fortan auf seine Leidenschaft, das Fotografieren. Er war von 1967 bis zur Scheidung 1973 mit der Schauspielerin Martine Beswick verheiratet.

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